Financial Conduct Authority (FCA)

Financial Conduct Authority (FCA)Die britische Bankenaufsicht wird unter der Bezeichnung Financial Conduct Authority geführt. Häufig wird auch die Abkürzung FCA verwendet. Die unabhängige Nicht-Regierungsorganisation ist zuständig für die Regulierung des britischen Finanzsektors. Im Vergleich zu den Bankenaufsichten anderer Länder gelten die Regulierungsvorschriften der FCA als die härtesten weltweit.

Unter die Regulierungsvorschriften der britischen Bankenaufsicht fallen:

  • Banken
  • Broker
  • sonstige Finanzdienstleister, z. B. Geldtransfer-Anbieter
  • Versicherungen

Hauptaufgaben

  • Schutz der Bankkunden, Kontoinhaber und Anleger
  • Aufsicht, Kontrolle und Regulierung aller Finanzdienstleister
  • Erteilung von Geschäftslizenzen
  • Festlegung von Mindeststandards von Finanzprodukten aller Art
  • Zwischenstelle zwischen Staat und freier Wirtschaft
  • operative und präventive Aufsicht auf der Grundlage von Gesetzen, Verordnungen und Regeln
  • im Verdachtsfall Ermittlungen gegen Unternehmen und Einzelpersonen

Die Spielregeln der FCA gelten für alle Finanzmarktteilnehmer

Obwohl die Financial Services Authority eine Nicht-Regierungsorganisation ist, überwacht und reguliert sie innerhalb ihrer staatlichen Befugnisse den britischen Finanzsektor. Die britische Bankenregulierung setzt sozusagen die Spielregeln für die Marktteiler auf dem britischen Finanzsektor fest. Im Rahmen ihrer Aufsichtsbefugnisse kann die FCA die von ihr erlassenen Regeln, Bestimmungen und Vorschriften durchsetzen, sollte sich ein Marktteilnehmer nicht daran halten. Der britischen Bankenaufsicht obliegt die Aufgabe, Banken, Kreditinstitute und Finanzdienstleister mit der Lizenz eines Geschäftsbetriebes auf dem Finanzmarkt auszustatten und im nächsten Schritt die laufende Geschäftstätigkeit zu kontrollieren.

Überweisung zurückholenKreditinstitute und Broker müssen bestimmte Vorschriften hinsichtlich der Aufstellung von Eigenkapital, Liquidität und Depotführung erfüllen. Sie unterliegen umfassenden und regelmäßigen Meldepflichten, um den Schutz der Kunden und Anleger zu garantieren. Banken und Broker sind dazu verpflichtet, Eigenkapital in bestimmter Höhe vorzuhalten und das Firmenvermögen getrennt von den Einlagen der Kunden auf sogenannten segregierten Konten zu verwalten. Diese getrennte Kontenführung kommt im Insolvenzfall zum Tragen. Geht eine Bank oder ein Broker in die Insolvenz, verbleiben die Kundengelder im Eigentum der Kontoinhaber und gehen nicht in die Insolvenzmasse über.

Stellt die Financial Conduct Authority Verstöße gegen diese Bestimmungen oder die Nichteinhaltung der aufgestellten Regeln fest, ist sie berechtigt, den Geschäftsbetrieb einzuschränken, Lizenzen zu entziehen, Gewinnausschüttungen und Kreditvergaben zu beschränken, Firmenvermögen „einzufrieren“ beziehungsweise den Geschäftsbetrieb zu schließen. Diese Befugnisse gelten auch hinsichtlich aller sonstigen Finanzdienstleister wie Geldtransfer-Anbieter und Versicherungen.

Aufsicht und Kontrolle im Einklang mit den Prinzipien der freien Marktwirtschaft

Die Financial Conduct Authority wird operativ und präventiv auf der Grundlage von Regeln, Vorordnungen und Gesetzen aktiv. Die Aufsicht, Kontrolle und Regulierung steht dabei immer in Einklang mit den Prinzipien der freien Marktwirtschaft. Die britische Bankenaufsicht greift im Rahmen ihrer Kontrollbefugnisse und Solvenzaufsicht nicht in die Geschäftspolitik der Finanzmarktteilnehmer ein. Diese Aufgabe wird alleine durch die Geschäftsführung, den Vorstand und den Aufsichtsrat wahrgenommen.

Die Finanzdienstleister müssen jedoch quantitative und qualitative Rahmenbedingungen schaffen und ihre Bücher jederzeit offen legen. Die Financial Conduct Authority kann jedoch nicht in jedem Fall eine Insolvenz der Anbieter verhindern, jedoch im Fall unlauterer Geschäftspraktiken sofort eingreifen und somit einen maximalen Schutz der Kontoinhaber und Anleger erreichen. Seit April 2015 existiert eine eigenständige Unterabteilung der FCA, die diese selbst ins Leben gerufen hat. Sie wird unter der Bezeichnung Payment Systems Regulator (PSR) geführt und ist hauptsächlich für die Reform der britischen Bezahlsysteme zuständig, die effizienter, wettbewerbsfähiger und kundenfreundlicher werden sollen.

Fazit

Die Financial Conduct Authority ist eine britische Nichtregierungsorganisation, die jedoch mit umfänglichen Befugnissen ausgestattet ist, um den britischen Finanzsektor zu kontrollieren und zu regulieren. Sie wird operativ und präventiv auf der Grundlage der von ihr geschaffenen Regeln, Gesetze und Vorschriften tätig, sobald sich ein Marktteilnehmer des britischen Finanzsektors nicht an die „Spielregeln“ hält, die extra zum Schutz der Kontoinhaber, Bankkunden und Anleger geschaffen wurden. Im Verdachtsfall kann die FCA gegen Unternehmen und Einzelpersonen ermitteln.

Sollte sich der Anfangsverdacht auf Unregelmäßigkeiten bestätigen, kann die britische Bankenaufsicht Strafmaßnahmen wie Bußgeldzahlungen einleiten, Geschäftslizenzen entziehen oder den Geschäftsbetrieb der betroffenen Marktteilnehmer schließen. Die wichtigste Vorschrift der FCA ist die getrennte Verwaltung von Unternehmensvermögen und Kundengeldern auf sogenannten segregierten Konten. Im Fall einer Insolvenz sind die Kundengelder sicher und fallen nicht der Insolvenzmasse anheim. Sie verbleiben im Eigentum der Kunden, die bei der Unternehmensliquidierung aus der Insolvenzmasse herausgelöst werden.

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